Vor Beginn der Reise

Bereits bevor wir uns kannten, hatten Joëlle und ich den Wunsch nach Afrika zum Predigen zu gehen. Es gab lange nicht den passenden Zeitpunkt und Person mit der wir dieses Vorhaben hätten umsetzen können. 

Jetzt im Jahr 2023 sollte sich dies ändern:
Im Juni sprachen wir darüber, welche Pläne wir für meine letzten großen Sommerferien machen könnten. Wir dachten erst an Urlaub und hatten dann den Gedanken, dass es doch viel schöner wäre, im Hilfenotgebiet voller Tatendrang aktiv zu sein - nur wo? 

Dann kam die Insidestory von Juni, wo Sambia auch erwähnt wurde. So wurden unsere Gedanken wieder auf Afrika gelenkt. Wir stellten uns die Frage: 

Könnten wir es wirklich möglich machen im Ausland zu predigen und wenn ja wo?

Ich schrieb am 19. Juni einer Schwester, da sie kurz zuvor mit ihrem Mann in Kamerun zum Predigen war. Sie meinte, dass sie am nächsten Tag „zufällig” eine Präsentation von ihrem Aufenthalt dort für einige geplant hatten und wir gern dazukommen könnten. Da waren wir natürlich gleich am Start. Ich schrieb auch einem Bruder, der schon mal in Uganda war, um Infos zu erhalten. 10 Minuten später hatten wir schon die Nachricht, dass er uns eine Versammlung empfehlen könnte und dass er sich richtig für uns freue. Aber es war immer noch nicht klar, wo Jehova uns haben möchte. Also schrieb ich am 23. Juni einem lieben Ältesten aus meiner Versammlung. Wir konnten noch am selben Tag zu ihm zum Kaffee kommen. Wir baten Jehova vorher im Gebet, dass er uns durch ihn auch helfen sollte, ob wir uns mit diesem Plan überschätzt hatten oder wenn Jehova es segnen kann, dass wir durch ihn weiter kommen auch zu erfahren wie wir am Besten vorgehen und dadurch auch wissen würden, für welches Land wir uns entscheiden sollen. Er war gleich auf unserer Seite und meinte er habe da eine Schwester, Sabrina, als Kontakt. Sie war schon in einigen afrikanischen Ländern hat einige Kontakte dorthin und könne uns bestimmt weiter helfen. Es wurde nicht lange gefackelt - er rief sie direkt an, sie nahm ab und innerhalb von einer Stunde war klar, es wird Uganda. Sie meinte es wäre ein gutes Einstiegsland, wenn man das erste Mal in Afrika wäre, da es sicher ist, eine gute Infrastruktur hat und sehr viel Bedarf ist in Englisch. Sie lud uns gleich für den nächsten Tag ein zu einer Pidgin Zusammenkunft und danach zu ihr zu kommen zu einem Fest mit vielen Brüdern und Interessierten. Wow, was sind wir nur für eine weltweite Familie. Aber diese Hilfe sollte nicht die letzte sein. Viele Brüder auf dem Fest unterstützten uns in unserem Plan und am Montag gab uns Sabrina schon den ersten Kontakt, welcher uns noch erheblich unterstützen sollte - Norina. Sie ist eine deutsche Schwester, die dort im Bethel dient. Sie ist so lieb und hat einfach immer, wenn es geht ein offenes Ohr, um zu helfen. Danke, dass du dich von Jehova hast so gebrauchen lassen! Sie machte sich gleich an die Arbeit alle möglichen Kontakte dort anzuschreiben und auch sich mit dem Bethel vor Ort auszutauschen. Zu dem Moment waren wir voller Enthusiasmus, doch am Dienstag bahnten sich erste Komplikationen an. Zunächst dachten wir, wir könnten für 4 Wochen nach Uganda und plötzlich erhielt ich die Nachricht von meinem zukünftigen Arbeitgeber, dass ich schon eine Woche früher als gedacht meine Ausbildung anfangen müsste. Ich wollte erst kein Risiko eingehen und der Firma nichts von meinem Vorhaben erzählen. Wir beteten wieder zu Jehova, was gut wäre und ob wir dann trotzdem fliegen sollten? Joëlle hatte kurz zuvor mit Norina geschrieben, welche dann meinte sie könne mit uns telefonieren. Wir erzählten ihr davon und sie meinte, dass sie damals als sie nach Uganda ging, ihren Arbeitgeber gefragt hatte ob sie später beginnen könnte, da sie sich ehrenamtlich im Ausland einsetzen wolle. Er befürwortet dies, daher empfahl sie mir dies auch zu versuchen. Ok, es fühlte sich etwas gewagt an, da ich ja auch nicht meine Ausbildungsstelle gefährden wollte, also schrieb ich meinem Arbeitgeber, was ich vorhabe aber dass ich bereit wäre diese Zeit nicht ausbezahlt zu bekommen oder auch sie nachzuholen. Aber das war nicht alles, was dieser Tag für Hürden für uns bereit hielt. Zuvor hatten wir über zwei Stunden einen Arzt finden müssen welcher qualifiziert ist Gelbfieber zu Impfen - Joëlle bekam bei einem Anruf wegen dem Anrufbeantworter ein Lachflash und dieser war auch das erste, was die Arzthelferin zu hören bekam… Ich sag nur: Lachen ist die beste Medizin :-). Als wir dann endlich einen Arzt hatten bekamen wir sogar am nächsten Tag gleich einen Termin für meine Impfung - Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal so freuen würde eine Nadel in meinen Arm gesteckt zu bekommen. Kaum war diese Sache geschafft, kam nun der eigentlich Stress - ich hatte meinen Impfausweis verlegt und nur noch meinen veralteten. Joëlle und ich suchten bis kurz vor 19.00 Uhr diesen mit dem krönenden Ergebnis ihn nicht zu finden. Ich entschloss in meinem Optimismus den alten Ausweis einfach mit zu nehmen und der Rest würde schon irgendwie klappen. Nach dieser Anstrengung dachten wir erst Jehova unterstützt vielleicht doch nicht diesen Plan, doch falsch gedacht. Im nächsten Moment telefonierte ich mit meinen Arbeitgeber und erhielt die Info, dass sie das total gerne unterstützen wollen und ich später anfangen könnte. Was für ein Tag. Joelle konnte die Nacht nicht schlafen. Dann war Mittwoch.
Beim Arzt ging alles gut wir mussten aber noch die restlichen Daten meiner Impfungen, welche ich mal erhalten hatte besorgen. Also fuhren wir nach Freiburg und tatsächlich waren sie noch vorliegen - was für eine Freude. Dann mussten wir erst mal shoppen gehen um uns für Uganda auszurüsten - ein bisschen Mädchen sein. Im Weltladen fanden wir zwei tolle Kleider - sie sind aus Ghana. Joëlle bereitete dann noch das Schreiben auf Englisch für die Ältesten vor mit Norina, schickte dieses an die Ältesten und schaute danach nach Flügen.


Am Donnerstag den 29. Juni wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht. Wir buchten den Flug, welchen wir echt günstig bekamen. Dafür sind wir so dankbar. Am Nachmittag konnten wir die Impfungen abholen (Vermerk: Nimm immer eine Kühlbox mit…. BMW Klimaanlage hats gerettet, unsere armen Beine…) Zur Belohnung bekam ich die volle Dröhnung Gelbfieber links und Meningokokken rechts geimpft. Meine Arme waren dann Wackelpudding. Joëlle wusste natürlich was ich brauchte - Cafe Decker. Abends war noch Versammlung und Jehova dachte sich wahrscheinlich: Wenn sie in diesem Zustand eine Aufgabe halten kann, schafft sie Alles. Danke Jehova, ich hab tatsächlich nicht mehr so viel Angst vor Publikum zu sprechen. War schon traurig als ich bemerkte, dass meine nächste Aufgabe auf sich warten lässt. Ich hab dann schon gemerkt, dass ich kränklich wurde und musste am nächsten Tag zu Hause bleiben. Der Tag sollte dann erholsam werden, doch dann erhielt ich wieder eine Nachricht von meinem Arbeitgeber, dass ich am 31.07 anfangen müsste zu arbeiten um meine Ausbildung zu starten aber dass ich mich nochmal an die IHK wenden solle, denn er würde mich auf jeden Fall unterstützen wenn es einen Weg gäbe. Ich dachte: Jetzt ist alles vorbei und der Flug und so vieles was damit zusammenhängt war schon fest gebucht. Wir beteten wieder intensiv zu Jehova um Klarheit und Hilfe. 

Wir fragten uns ob Jehova Teil unsere Pläne ist, Joelle zeigte mir nochmal den Text, den wir auch in der Versammlung hatten Esra 3:3. Die IHK gab uns die Info, dass alles gut sei und es eine rein formelle Sache sei. Es gibt eine Umstrukturierung in meinem Ausbildungsberuf und daher müsste ich da einen neuen Vertrag unterzeichnen, dass ich am 31.07 anfangen würde, dann eine Unterbrechung mache und am 11.09 dann starten könnte. Schreck lass nach. Das Thema ist noch nicht ganz vom Tisch aber mein Vertrauen wurde bestärkt durch den Text aus Psalm 37:5. 

In einer Woche kann so viel passieren und Jehova macht so vieles möglich. Es bleibt spannend, aber wie sollten wir auf Jehova vertrauen, wenn wir das Gefühl hätten, dass wir dass doch alles allein schaffen könnten. 

Es ist zwar ein Wechselbad der Gefühle, wenn man ein neues Ziel im Dienst für Jehova ansteuert, aber eins ist sicher: Jehova öffnet immer wieder eine Tür, damit es weitergeht. 






Kommentare

  1. Whish you both all the best, a wonderful time and Jehovah`s blessings... :-)

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  2. Das war ja eine totale Achterbahn fahrt immerhin mit erfrischenden Nachrichten die den Weg unterstützen 👍 weiter Jehovas Segen an euch = entschlossen & zuversichtlich 🐴

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  3. Mega!! Freu mich hier auf dem Laufenden zu bleiben

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